1970 White Dodge Challenger with 500ci Big BlockDer Dodge Challenger galt - und gilt in gewisser Weise immer noch - als das ultimative Muscle-Car. Neben dem Challenger, der seinem Namen alle Ehre machte, gab es noch den böse dreinblickenden Charger, der deutlich größer, aber ebenso infernalisch motorisiert wurde. Die größe Serienmaschine hatte 440 ci (7,2L), die mächtigste war jedoch der 426 ci (7,0L) Hemi Big Block, der nominell 425 hp leistete.

1970 war das erste Baujahr des Dodge Challengers, nachdem Ford mit dem Mustang schon seit Jahren vorgemacht hatte, wie man in ein vergleichsweise kleines Auto Riesenmotoren, z.B. 428 ci Cobra Jet (7,0L), einbauen konnte.

Chevrolet stand auch nicht abseits und packte in die kompakten Modelle Nova und Chevelle Motoren bis 454 ci (7,4L), ebenfalls mit nominell 360 hp.

Der Kampf um die Hoheit im Leistungshimmel ging bis in die frühen 70er Jahre, als die erste Ölkrise dem Treiben jäh ein Ende bereitete. Die Modelle ab 1973 konnten zwar meist noch mit den gleichen Motoren geordert werden, aber durch die Verwendung von 'winzigen' Vergasern blieb oft nur noch die Hälfte der möglichen Leistung übrig.

Der hier abgebildete Challenger war ursprünglich rot mit schwarzem Vinyldach und einem 383 ci Motor ausgestattet. Er wurde im Jahr 2003 komplett restauriert und als "Vanishing Point" Tribute Car, bestückt mit einem gestrokten 440 ci Big Block (496 ci, 8,1L), wieder fahrtauglich gemacht. Ich habe bewusst diese Formulierung gewählt, weil das Auto mit ca. 560 PS und rund 850Nm Drehmoment kaum alltagstauglich ist, aber dennoch einen Heidenspaß bereitet.

 

 

1976 Frd ThunderbirdDieser 1976er Ford Thunderbird gehört zu Generation der sogenannten "Big Birds", vor allem, weil er mit seiner Länge von 5,73 Metern rein gar nichts mehr mit dem kompakten Thunderbird aus den 50er Jahren zu tun hat. Nach dem Motto "Viel hilft viel" wurde diesem Exemplar der größte von Ford je gebaute Serien-Achtzylinder spendiert (460ci, 7,5L), der aber nur nominell 220 hp leistete. Dafür schnurrt das Aggregat wie ein Elektromotor und passt exzellent zum seidenweichen Automatikgetriebe.

Das Fahrzeug verbrachte seine Jugend in Pennsylvania und wurde 1983 abgestellt. Die Spritpreise waren für amerikanische Verhältnisse "durch die Decke" gegangen und der Zeitgeist forderte kleinere, sparsame Autos. Eigentlich war das Auto mit seiner Ausstattung viel zu schade um abgestellt zu werden. An diesem Auto ist "alles elektrisch": Sitze, Fensterheber (auch für die Dreieckfenster), Türverriegelung, Außenspiegel, Tempomat, Antenne. Nur wenige Optionen wurden damals vom Käufer nicht geordert. Sogar das 8-Track-Tapedeck funktioniert bis heute, nur die Antenne will nicht mehr.

Erst im Jahr 2016 interessierte sich ein Sammler aus Tennessee für das Auto, brachte es nach Hause und wieder auf die Straße. Mit gerade einmal 15800 Meilen auf dem Tacho kam es im Herbst 2016 nach Deutschland und wird - auch dank der damals schon aufgebrachten Hohlraumversiegelung - noch viele Jahre Fahrfreude der ganz anderen Art bereiten.